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Zeitzeugen im Unterricht

Neben der schriftlichen, bildlichen und gegenständlichen Überlieferung ist die mündliche eine bedeutsame Grundlage für unser Wissen über die Vergangenheit. Die Lebenswelt von Heranwachsenden ist gewissermaßen von Zeitzeugen umgeben - eine Feststellung, die die Bedeutung und Relevanz von Zeitzeugen im Geschichtsunterricht verdeutlicht.

Zeitzeugen befragen: Beispiele für die Vorbereitung

Hilfreiche Links zu Themenportalen

  • Die Portale "Zeitzeugenbüro", verantwortet von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und mit entsprechendem inhaltlichen Zuschnitt, sowie "Zeitzeugenbörse", betreut vom gleichnamigen gemeinnützigen Verein, eignen sich gut, um zu bestimmten Themen geeignete Zeitzeugen zu suchen.
  • Das Haus der Bayerischen Geschichte betreut ein eigenes Portal namens "Zeitzeugen berichten", auf dem Videoausschnitte aus Gesprächen mit ca. 600 Zeitzeugen zu sehen sind.
  • Eine Bandbreite verschiedener Themen wird auch durch das "Zeitzeugenportal" abgedeckt: Es umfasst den Bestand des ehemaligen Vereins "Gedächtnis der Nation" - rund 1000 Interviews zur deutschen Geschichte, die sich in etwa 8000 Clips auf dem Portal abrufen lassen.
  • Zum Thema "Zwangsarbeit 1939 - 1945" stellt ein von der Stiftung "Erinnerung, Verwantwortung und Zukunft" verantwortetes Portal Audio- und Video-Interviews mit knapp 600 ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus 26 Ländern zur Verfügung.
  • Darüber hinaus halten mitunter Institutionen vor Ort wie Archive und Kulturämter  Zeitzeugenlisten bereit. In einigen Städten gibt es "Zeitzeugenbörsen", meist abrufbar über die Archive oder Kulturämter, die die Suche nach geeigneten lokalen Interviewpartnern vereinfachen.

"Digitale Zeitzeugen"

Die Idee für die Erstellung deutschsprachiger digitaler Zeugnisse entstand im Anschluss an die Tagung „Holocaust Education Revisited“, die im Februar 2018 an der LMU München stattfand. Die vielfältigen Diskussionen um Zeugenschaft mündeten in die Entwicklung von „Hologrammen“, um Chancen und Grenzen solcher Zeugnisse für die Vermittlungs- und Bildungsarbeit auszuloten. 

Die Holocaustüberlebenden Abba Naor und Eva Umlauf konnten für das Projekt „Lernen mit digitalen Zeugnissen“ gewonnen werden. Für die Erstellung der „Hologramme“ wurden der Zeitzeugin bzw. dem Zeitzeugen im Pollen Studio in England jeweils ca. 1.000 Fragen gestellt. Bei der Beantwortung dieser Fragen wurden Abba Naor und Eva Umlauf von zwei RED Epic-M-Dragon-Kameras stereoskopisch gefilmt. 

Die so gewonnenen interaktiven 3D-Zeugnisse werden für Lernprozesse von Schüler*innen herangezogen, um die mediale Wirksamkeit dieser Zeugnisse zu evaluieren. Das Forschungsprojekt befindet sich damit an der Schnittstelle von analogen Zeugnissen und deren digitalen Transformationen. Diese Schnittstelle gewinnt insbesondere am Übergang von der „lebendigen Zeitzeugenschaft“ zur „Zeugenschaft der dritten Generation“ an Bedeutung. 

Weitere Informationen zu dem Forschungsprojekt finden Sie hier.

Zeitzeugen des Nationalsozialismus

Gespräch mit Holocaust-Überlebender Ruth Melcer über das KZ Auschwitz, die Zeit der Befreiung sowie Antisemitismus heute

Die Quellen sprechen: Höredition zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland

Zeitzeugen der DDR

Zeitzeugenbericht: Deckname "Borke". Tagebuch einer Ausreise aus der DDR von 1979 bis 1981